Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Stolpersteine gegen das Vergessen

Sonntag, 08. Mai 2011

Kennt ihr eigentlich Stolpersteine?

Ich hatte vor Jahren mal etwas darüber gelesen und die Stolpersteine dann in die Wissensschublade mit der Aufschrift “Allgemeinwissen, das man vielleicht einmal im Schaltjahr rauskramen kann” versenkt. Durch einen Artikel im Stuttgarter Amtsblatt bin ich vor einiger Zeit wieder auf das Thema gestoßen und habe mich gefragt, ob es in Stammheim eigentlich auch Stolpersteine gibt.

Wer noch nicht weiß, was Stolpersteine sind, dem hilft unter anderem der entsprechende Artikel auf Wikipedia weiter:

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen.

Angeregt durch den Zeitungsartikel habe ich recherchiert, und tatsächlich gibt es in Stuttgart über 500 Stolpersteine, vier davon auch in Stammheim. Unter anderem auch da, wo ich schon oft achtlos vorbeigegangen bin und sie gar nicht bemerkt habe.

Hier die Standorte:

Frobeniusstr. 10 für Karl Bauch
Kornwestheimer Str. 9 für  Paul Stiefel
Kornwestheimer Str. 52 für Karl Albert Motzer
Münchinger Str. 5 für Gustav Stange
(Quelle: www.stolpersteine-stuttgart.de)

Achtet doch mal darauf, wenn ihr dort nächstes Mal vorbeikommt. Ach ja, und sollte zufällig jemand auf den Kalender geschaut haben: Es ist kein Zufall, dass dieser Beitrag ausgerechnet heute erscheint.

BW-Bank / LBBW Stammheim: Serviceabbau in Stammheim

Mittwoch, 04. Mai 2011

Bei der BW-Bank war ich schon Kunde, als sie noch Landesgirokasse hieß und die örtliche Filiale an der Ecke Freihofstr. / Korntaler Str. war. Heute ist in den Räumen ein Kinderhort – ich bin mir nicht sicher, ob die Filiale öfter umgezogen ist als die Bank umfirmiert hat, denn zwischenzeitlich war die Filiale auch mal in den Räumen einer heutigen Apotheke, wenn ich mich nicht irre. Ist eine lange Zeit, eine sehr lange. Nun bin ich selbst nicht der Typ, der ständig zur Bank rennt und irgendwelche Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchte, und mein Konto führe ich schon seit vielen Jahren nahezu ausschliesslich via Online-Banking. Hier ist die BW-Bank auch recht weit vorne dabei, was die Geschwindigkeit von Online-Überweisungen und sonstigen Aufträgen betrifft sowie in Sachen Übersichtlichkeit und Handling des Online-Portals – im Gegensatz zu anderen Banken, bei denen ich auch noch Online-Konten pflege.

Und so ganz nebenbei habe ich einen kleinen Tick: Ich sammle Kleingeld, also Münzgeld, immer zuhause und bringe alle paar Wochen das ganze Geraffel zur Bank, solange ich es noch tragen kann. Das war bis vor kurzem bei der BW-Bank in Stammheim auch völlig problemlos möglich, einfach mit dem Schwerlasttransporter mit dem Kleingeld ab zur Bank und auf das eigene Konto einzahlen. Die Münzen wurden direkt vor Ort durch die Geldzählmaschine gejagt, die Summe wurde dem Konto sofort gutgeschrieben.

Das war einmal. Seit dem Umbau der Filiale Ende 2010 ist dieser Service in Stammheim Geschichte. Zwar kann man sein Kleingeld nach wie vor dort abgeben, aber es wird an Ort und Stelle in eine bessere Plastiktüte (von der Bank Safebag genannt) verfrachtet, der dann noch eine unterschriebene Erklärung des Kunden beigelegt wird:

Auf meine Anfrage per E-Mail wegen der Einschränkung dieses Kundenservices erhielt ich telefonisch die Auskunft, dass man Kleingeld sehr gerne auch weiterhin vor Ort entgegennehmen, in Anwesenheit des Kunden zählen und sofort dem Konto gutschreiben werde – und zwar in der Filiale in Zuffenhausen.

Tja, nur wohne ich eben nicht in Zuffenhausen. Ich hätte diesen Service auch gerne weiterhin in Stammheim.

Sitzplätze in der Freihofstraße

Freitag, 15. April 2011

Seit langer Zeit wurde im Bezirksbeirat darüber gesprochen, zuletzt meines Wissens im September 2010. Vielleicht auch noch danach, will ich nicht ausschliessen.  Nun sind sie also da, die so lange besprochenen und herbeidiskutierten Rastplätze in  der Freihofstraße.

Offiziell freigegeben sind sie offensichtlich noch nicht, kann aber wohl nicht mehr lange dauern. Und jetzt wissen wir auch endlich, warum wir in unserer Hauptstraße diese breiten Gehwege haben. ;) Endlich haben wir mehr Platz, um dort unsere Freizeit auszuleben. Ich vermisse dafür aber noch einen professionellen, gemauerten Grillplatz und eine Großleinwand für’s Public Viewing, z.B. anlässlich der Fußball-WM der Frauen in diesem Jahr. ;)

Aber mal ganz ernsthaft: Meines Erachtens fehlt da in unmittelbarer Nähe noch ein Mülleimer und ein Aschenbecher. Auch wenn Raucher inzwischen quasi eine soziale Randgruppe darstellen, befürchte ich mittelfristig einen öffentlichen Kippenfriedhof in der Nähe des Rastplatzes. Gut zu beobachten ist das ja schon immer an den Haltestellen des ÖPNV – nur ist da die individuelle Verweildauer meist um einiges kürzer. Vielleicht sollte man da noch nacharbeiten?

Ergebnisse Landtagswahl Baden-Württemberg 2011 aus Stammheim

Sonntag, 27. März 2011

Nun ist es also quasi Fakt, unserem bisherigen Ministerpräsidenten Stefan Mappus wurde die Laufzeitverlängerung verweigert, er wird wohl ins Endlager abgeschoben.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die bisher vorliegenden Ergebnisse in eine Tabelle zu klopfen. Nachfolgend zu sehen sind die Zahlen aus Stammheim selbst, dem Wahlkreis Stuttgart III (zu dem Stammheim gehört), Stuttgart gesamt und Baden-Württemberg gesamt.

Ich hoffe mal, ich habe da keine groben Fehler eingebaut.

Ist eigentlich auch nicht weiter wichtig und schon gar nicht relevant. Es hat mich einfach nur mal interessiert. Klasse finde ich die relativ hohe Wahlbeteiligung in Stammheim, danke an die 5.841 (von 8.116 wahlberechtigten) Stammheimer, die ihr Kreuzchen gemacht haben, an welcher Stelle auch immer.

Ausstellung Kriminalprävention im Bezirksrathaus Stammheim

Dienstag, 08. März 2011

Vor ein paar Tagen ging durch die Lokalpresse, dass im Bezirksrathaus Stammheim eine Ausstellung zum Thema “Kriminalprävention” stattfindet. Mir ist zwar klar, was eine Ausstellung ist, und ich konnte durchaus auch mit dem Begriff “Kriminalprävention” etwas anfangen, aber die Verbindung der beiden Begriffe fiel mir nicht leicht, besonders in Anbetracht der mir bekannten räumlichen Enge im Bezirksrathaus. Also war meine Neugierde geweckt, nichts wie hin.

“Öhm… – wo ist sie denn, die Ausstellung?” fragte ich mich denn auch nach Betreten des Gebäudes. Die Lösung war dann auch schnell gefunden: Sie hängt im Treppenaufgang zwischen EG und 2. Stock, und zwar in Form von 12 gerahmten Plakaten.

Ich will ehrlich sein: Mich hat diese Ausstellung weder inhaltlich noch von der Darstellung her von den Hufen gerissen. Aber das mögen andere Besucher wohl entgegengesetzt beurteilen.

Noch bis zum 30.03.2011 ist die Ausstellung zu den regulären Öffnungszeiten im Bezirksrathaus zu bestaunen. Eventuellen Gerüchten, die Ausstellung könnte danach einen Platz im Louvre finden, würde ich spontan keinen Glauben schenken. ;)

Die Öffnungszeiten sind:
Montag – Freitag: 8:30 bis 13 Uhr
Dienstag: 14:00 bis 16:00 Uhr
Donnerstag: 14:00 bis 18:00 Uhr

Bürgerverein: Bürgerbrief 01/2011 und Jahreshauptversammlung

Samstag, 05. März 2011

Der Bürgerverein Stammheim hat in diesen Tagen den neuen Bürgerbrief Stammheim 01/2011 veröffentlicht.  Zum Download (PDF) bitte hier entlang.

Am Freitag, dem 18.03.11, findet um 19:00 Uhr die Jahreshauptversammlung des Bürgervereins in der Schlossscheuer Stammheim statt. Der Bürgerverein freut sich immer über Interesse aus der Bevölkerung.

Wahlomat für Baden-Württemberg ist online

Donnerstag, 03. März 2011

Ausnahmsweise mal etwas, das nicht direkt etwas mit Stammheim zu tun hat, indirekt aber durchaus:
Am 27.03.11 sind Landtagswahlen in Baden-Württemberg, und viele wissen wohl noch immer nicht, wo sie ihr Kreuzchen machen sollen – oder ob sie überhaupt wählen sollen.
Ein gar nicht so kleiner und für Unentschlossene vielleicht sogar sehr nützlicher Helfer ist der Wahlomat, den ich schon seit vielen Jahren für eine wirklich gelungene Sache gegen Politik(er)verdrossenheit halte. Der Wahlomat taugt aber nicht nur für Unentschlossene, sondern eigentlich für jeden: Auch wer sich eigentlich sicher ist, welcher Partei er seine Stimme gibt (und das oft auch schon seit vielen Jahren so hält), sollte mal den Wahlomat “durchspielen” – der eine oder andere wird eine Überraschung erfahren, da bin ich mir sicher. Anhand von 38 Thesen, die man unterschiedlich gewichten kann, wird aufgezeigt, welche zur Wahl stehenden Parteien auf Basis des jeweiligen Wahlprogramms den eigenen Wünschen oder Vorstellungen am nächsten liegen. Zur Wahl stehen 19 Parteien, bei jedem Vergleich lassen sich acht davon auflisten.



Bereitgestellt wird die Onlineplattform Wahlomat seit eh und je von der Bundeszentrale für politische Bildung, dahinter steht letztendlich das Bundesinnenministerium.
Eine Wahlempfehlung gebe ich auch gerne ab: Geht zur Wahl! Informiert Euch vorher, aber geht hin. In anderen Teilen der Welt sterben gerade Menschen für dieses Recht, das hier viel zu viele gar nicht erst wahrnehmen.
Und sollte aus irgendwelchen Gründen jemand am Wahlsonntag nicht die Möglichkeit haben, ins nächste Wahllokal zu gehen: Bitte hier vorab die Unterlagen für die Briefwahl anfordern.

Nachts in Stammheim

Montag, 21. Februar 2011

Zu nachtschlafener Zeit, es muss wohl so zwischen 1.30 Uhr und 4.30 Uhr gewesen sein, waren wir auf dem Heimweg von einer inhaltlich wertvollen Diskussionsveranstaltung an der LBBW in der Freihofstraße angelangt.
Ich war der festen Überzeugung, dass hier keine Bushaltestelle eingerichtet ist, dennoch hält plötzlich der U15E mit dem abzulesenden Ziel „Betriebsfahrt“.
Tür 1 geht auf, ein rauchender Fahrer steigt aus, schließt die Tür wieder und geht zu dem dort stets einsatzbereiten Parkscheinautomaten.
Ohne einen Parkschein zu ziehen, legt er seine Kippe auf dem Automaten ab und verschwindet in der Bank.
Ich gestehe, dass ich schon mal mangels entsprechender Verbotszeichen spätabends rauchend am Bankautomaten stand. Im Linienbus habe ich mein Laster jedoch stets unterdrückt. Der Kollege Spätbusfahrer macht es genau umgekehrt und sein Fluchtfahrzeug steht, zwar mit geschlossenen Türen aber laufendem Motor, abfahrbereit vor der Bank. Respekt!

S21: Bäume nach Stammheim verpflanzt

Sonntag, 13. Februar 2011

Vergangene Woche wurden insgesamt fünf der 16 am Hauptbahnhof ausgegrabenen Bäume nach Stammheim versetzt und eingepflanzt.

Gegner von Stuttgart 21 sind ja der festen Überzeugung, die Bäume würden die Umpflanzung nicht dauerhaft überleben. Diskussionen darüber wurden und werden ja seit Monaten  heftig geführt. Ich selbst kann mir darüber mangels Ahnung kein Urteil bilden. Aber ich denke mal: Die Zeit wird’s zeigen. Mal schauen, wie die Bäume heute in einem Jahr aussehen.

Mal einen Aufriss gewagt…

Sonntag, 30. Januar 2011

In Stammheim ist man ja in letzter Zeit sehr stolz auf die tollen breiten Gehwege, die infolge des U15-Ausbaus hier in den Ort reingeballert wurden. “Man” ist dabei natürlich nicht die Mehrheit der Bevölkerung, denn das Pronomen wird in diesem Zusammenhang überwiegend von Lokalpolitikern benutzt. Nebenbei gesagt scheint das ohnehin nur für die Hauptstraße, also die Freihofstraße, zu gelten, die inzwischen mit Gehwegbreiten bis zu fast 4 Metern glänzen darf, denn immerhin “verbessert sich so die Aufenthaltsfläche auf dem Gehweg für die Fußgänger” (Zitat aus Bürgerbrief Stammheim 2008/2009, Seite 27).

In den Nebenstraßen Stammheims jedoch scheint die nutzbare Gehwegbreite keine relevante Größe zu sein. Auch bei bereits sehr engen Straßen mit engen Gehwegen hat man offenbar seitens des Tiefbauamts keine Skrupel, diese noch mehr einzuschränken. Jedenfalls nicht Im Pfädlen, wo fleissige Straßenarbeiter vor über zwei Wochen (genauer: am 14.01.11) den Gehweg aufgerissen und das Baustellchen auch sauber abgesichert haben. Seitdem wurde da aber niemand mehr gesehen.

Dass der ohnehin recht schmale Gehweg, der übrigens aufgrund der Enge der Straße ausdrücklich auch zum Parken von Fahrzeugen genutzt werden darf, dadurch an dieser Stelle quasi nicht mehr vorhanden ist, scheint an höherer Stelle niemanden zu stören.

Nachtrag, 08.02.11:
Und kaum sind etwas mehr als drei Wochen vergangen, wurde heute das etwa 5 cm tiefe Loch wieder mit Asphalt gefüllt und das Baustellchen somit beseitigt. Was nun der tiefere Sinn dieser Arbeitsbeschaffungsmaßnahme war, wird dem gemeinen Bürger vermutlich für immer verborgen bleiben.