Schon seit einigen Wochen steht in Stammheim ein Carsharing-Fahrzeug von stadtmobil.de, und das Thema wurde auch schon mehrfach in den Bezirksbeiratssitzungen besprochen. Bei der Bevölkerung scheint das aber noch nicht angekommen zu sein, denn wen ich auch frage: Niemand weiß etwas davon.
Das mag auch mit dem etwas verstecktem Standort im Pastoraleweg zusammenhängen, denn das Gäßchen ist eine Sackgasse, daher natürlich ohne Durchgangsverkehr. Und selbst die dortigen Anwohner wissen nichts davon. Als ich für diesen Beitrag dort war und das Auto, einen neuen Opel Corsa, fotografiert habe, wurde ich direkt von einer Anwohnerin aus ihrem Garten heraus angesprochen, was das denn für ein Auto sei. Das Fahrzeug würde da schon lange stehen, und keiner aus der Nachbarschaft wüßte, was es damit auf sich hat und warum es so selten bewegt wird. Nun gut, obwohl ich mit Carsharing nun wirklich nichts zu tun habe, habe ich gerne etwas Aufklärungsarbeit geleistet.
Die Stellplatzproblematik ist übrigens nicht ganz einfach, das Auto steht nicht ohne Grund etwas versteckt im kaum von Verkehr frequentierten Pastoraleweg. Denn für das Auto muß immer ein Parkplatz zur Verfügung stehen, auch wenn es gerade nicht da ist. Ein fester Standort z.B. in der Freihofstraße würde also ständig einen Parkplatz belegen – unabhängig davon, ob das im öffentlichen Raum rein rechtlich überhaupt möglich wäre, das entzieht sich meiner Kenntnis. Die Betreiber von Stadtmobil würden übrigens am liebsten einen Stellplatz auf privatem Grund mieten, der möglichst zentral gelegen und gut zugänglich ist; das kam jedenfalls bei der letzten Sitzung des Bezirksbeirats zur Sprache. Vielleicht findet sich ja unter den Lesern jemand, der einen geeigneten Stellplatz zur Verfügung stellen und ein Zubrot brauchen kann – die Betreiber von Stadtmobil.de würden sich sicherlich freuen, wenn ein Kontakt zustande käme.
Was mich aber auch interessieren würde, obwohl die Idee für mich selbst nicht wirklich interessant ist:
Hat sich schon jemand dort angemeldet und Carsharing genutzt? Welche Erfahrungen wurden gesammelt?
Oder ist das Thema gänzlich uninteressant für die Stammheimer?

Ich bin seit vielen Jahren Stadmobil-Nutzer und habe mitgeholfen, diesen Platz zu finden.
Die Idee für den Platz kam vom Bügerverein Stammheim. Das Auto mag zwar versteckt stehen, der Platz ist aber optimal, weil direkt an der U15-Haltestelle gelegen. Er ist damit auch noch für Zuffenhäuser Mitglieder attraktiv.
Mein eigenes Auto habe ich damals wegoptimiert, weil es mehr in der Werkstatt war, als es genutzt wurde. Die Ausleihe ist äußerst unkompliziert per Internet machbar. Das geht auch mal kurzfristig und für eine halbe Stunde. Also zum Beispie für den großen Einkauf am Wochenende.
Und wo VVS und Bahn nicht brauchbar sind, ist das Auto oder ein Taxi eine gute Ergänzung. Unter’m Strich bin ich damit rund 1000,- € günstiger, als mit einem eigenen Auto.
Danke für das interessante Feedback, Ralf.

Ich achte inzwischen beim Vorbeifahren im Marco-Polo-Weg immer darauf, ob das auffällige rote Auto da steht. Meist ist es da, nur einmal neulich konnte ich es nicht ausmachen.
Ich bezweifle keineswegs, dass Carsharing bei bestimmten Voraussetzungen durchaus Einsparungen bringen kann. Der Beitrag im Blog kam ja nicht zuletzt deswegen, um die Idee in Stammheim ein wenig bekannter zu machen.
Interessieren würde mich aber, ob Du als Nutzer in etwa sagen kannst, wie sehr das Auto genutzt wird. Also in etwa: Wenn das Auto eine Woche nach der letzten Nutzung gerade mal 20 km mehr auf dem Tacho hat, werden es wohl nicht viele sein.
Das letzte Mal hatte es (wenn ich mich recht erinnere) etwa 1500 km auf dem Tacho. Das Auto hat mitte Juli als Neuwagen in Stammheim angefangen. Ausleihe war seither im Schnitt zwei bis dreimal pro Woche – was aber für die kurze Zeit, in der er jetzt in Stammheim ist, und das Sommerloch schon ganz gut ist.
Viele Benutzer haben nur kurze Strecken gefahrenein. 50 – 100 km pro Ausleihe sind durchaus normal. Wo die Grenze der Rentabilität liegt kann Dir sicher Stadtmobil sagen.
Dadurch, dass der Wagen oft nur für kurze Zeit unterwegs ist, steht das Auto leicht mal mehr als er fährt – was ich als Nutzer ganz OK finde, denn dann bekommt man ihn auch spontan.